Literatur im Kino

Ein Deutsches Leben

 

Film: „Ein Deutsches Leben“ (über die Goebbels-Sekretärin Brunhilde Pomsel) von Christian Krönes, Olaf S. Müller, Roland Schrotthofer und Florian Weigensamer (Blackbox Film & Medienproduktion GmbH, 113 min., 2016)

 

Anschl. Gespräch: mit Christian Krönes (Regisseur) und Christian Kermer (Visual Director)


 

 

Beginn: 19 Uhr

Ort: vierzigerhof, Rudolfstraße 11, 3550 Langenlois

Eintritt: € 12,-- (AK) bzw. 10,-- (VVK)

Infos zu den Veranstaltungen: www.dum.at

Infos zum Veranstaltungsort: www.vierzigerhof.at

Kartenbestellungen: www.dum.at oder 0664 / 4327973

 

Brunhilde Pomsel, das „unpolitische Mädchen“, die nach eigener Aussage immer nur eine „Randfigur“ war, kam einem der größten Verbrecher der Geschichte so nah, wie kein anderer zur Zeit der Dreharbeiten noch Lebender. Die im Jänner 2017 106-jährig verstorbene Frau war Joseph Goebbels persönliche Stenographin. Von 1942 bis zum Mai 1945 arbeitete sie im Vorzimmer von Hitlers Propagandaminister. Noch in den letzten Kriegstagen, als die sowjetischen Truppen bereits in den Straßen Berlins standen, tippte sie im Bunker Schriftsätze und wurde im nationalsozialistischen Machtzentrum zur Zeugin des Untergangs.

 

Brunhilde Pomsel spricht erstmals umfassend über ihre Erlebnisse, Erfahrungen, ihre Ängste und Zweifel im engsten Zirkel um Hitlers Hetzer und Massenverführer. Die Erinnerungen an die schönste Zeit des Lebens, die Jugend, bleiben für immer untrennbar mit dem furchtbarsten Kapitel der Zivilisationsgeschichte verbunden.

  

„Soll ich mir den Vorwurf machen, dass ich mich früher für Politik nicht interessiert hab? Im Gegenteil, vielleicht ist es gut, vielleicht wäre man in jugendlichem Idealismus sogar auf eine Seite geraten, die einem längst den Garaus gemacht hätte.“

 

(Brunhilde Pomsel über „Politik“)

  

„Trotz der rhetorischen Manöver, mit denen Eigenverantwortung geschmälert werden soll, bleibt Pomsel eine höchst interessante Zeitzeugin. Gerade durch ihre Ausflüchte verrät sie auch, wie attraktiv, ja modisch der Nationalsozialismus auf sie gewirkt haben musste, um sich ihm so naiv anvertrauen zu können.“ 

 

(Dominik Kamalzadeh, Der Standard)

 

Wenn man „Ein Deutsches Leben“ ansieht, ist es schwer sich nicht die verstörende und zeitlose Frage zu stellen: „Wie hätte ich selbst in dieser Situation gehandelt?“ Der Film ist wahrlich ein Kunstwerk.

 

(Jay Rosenblatt – Program Director, San Francisco Jewish Film Festival)

 

Website: www.ein-deutsches-leben.com